Samstag, 10. Dezember 2011

Nach dem Arabischen Frühling: Der Russische Winter.

Der Arabische Frühling, indem die politischen Verhältnisse in Nordafrika umgestürzt und neu geformt wurden, ist schon beinahe ausgeklungen, da bahnt sich nun die nächste Revolution an. Weiter im Osten, im verschneiten Russland, gehen Menschenmassen auf die Straße, um gegen die dreiste Wahlfälschung der Regierung Putin zu protestieren. Vor einigen Tagen noch konnten Sicherheitskräfte mit der bewährten Knüppel-Methode wieder Ordnung schaffen, jetzt wird das langsam schwierig. Hunderttausende wagen den Schritt vor die Tür und Putins Schlägertrupps in Uniform kommen mit dem Austeilen nicht mehr hinterher. Russlands Elite hat die Wahl: sie beugt sich dem 'Wir sind das Volk'-Protest oder sie riskiert blutige Straßenkämpfe. Die Geschichte belegt beides.
Der russische Kampf um Freiheit ist ein Kampf für Gerechtigkeit. Der Gigant Eurasiens wird von einem Unrechtsregime gelenkt, und das schon seit einer Ewigkeit. Ein illegitim herrschender Despot mit Hang zum Größenwahn - die Russen beginnen aufzuwachen.
Wir werden sehen, was diese Entwicklungen hinterm Ural noch alles bewirken werden. Russland ist kein kleiner Alpenstaat - es ist eine globale Supermacht. Könnten sich die Strömungen der Völkerbefreiung wie die Gedanken der Aufklärung und der französischen Revolution auch nach China, Nordkorea oder in den Iran fließen? Mit Sicherheit; aber die werden nicht auch nur einen Hauch von Zimperlichkeit oder Reue spüren, wenn die Maschinengewehre über eine verzweifelte Menschenmasse rattern.
Russland ist trotz seiner Stellung in der Geschichte als verfeindetes Zarenreich und verteufelter Gegner im Kalten Krieg stärker in der westlichen Welt verankert, als seine asiatischen Konkurrenten.

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