Donnerstag, 15. September 2011

Nahrung leicht gemacht.


 + Bequemlichkeit - Geschmack.
Essen wird immer leichter. Doch der Geschmack sinkt ins Bodenlose. Noch nie war Nahrungsaufnahme angenehmer. Backofen auf, Fertiggericht hinein, warten. So erstaunlich und vielfältig die Palette von Instantgerichten sein mag, ich kann ihr nichts abgewinnen. Nehmen wir meine heutige Notverpflegung: Die Ofenfrische bewirbt ihre Pizza Salami als „Locker & knusprig zugleich“. Schön. Welch eine Marketing-Clou. Das passende Verpackungsbild dazu: Eine perfekt gebackene runde Scheibe Teig, belegt mit italienischer Gourmet-Salami, hochwertigem Käse und ausgewählten Kräutern. Sie leuchtet gold-braun, der Rand ist außen knusprig, innen luftig. Sieht tatsächlich aus, wie direkt aus dem Steinofen. Herrlich. Man kann den schmackhaften Geruch förmlich sehen. Im Hintergrund liegen frische Tomaten, Mozzarella und gewaschene Kräuter.

Mittwoch, 14. September 2011

Wir werden überflüssig.

Die Übernahme durch die Maschinen.

Wer sich 'Journalist' nennen darf und wer nicht, die Frage lasse ich einmal außen vor. Aber eines ist klar: Computern eine solche Bezeichnung zuzuschreiben ist bizarr. Oder doch nicht? Das US-Unternehmen Narrative Science beschäftigt sich schon lange mit der Verbesserung der Künstlichen Intelligenz (KI) auf dem Gebiet der Berichterstattung. Und das nicht ohne Forschungsfortschritte. Die schlauen Programme sind auf Grund ihres zusammengetragenen Wortschatzes in der Lage, Daten und Fakten in verständlicher Sprache als Artikel zu verfassen. Die Leser seien nicht in der Lage, die Texte der Programme von 'echter' Menschenschreiberei zu unterschieden. Bislang sollen nur Sportergebnisse und Wirtschaftszahlen verschriftlich und gut lesbar gemacht werden. Mich gruselt's. Doch keine Angst, beruhigt Narrative Science, die KI werde nur für Bereiche eingesetzt, die in den Medien ohnehin keinen Platz hätten.

Montag, 12. September 2011

Von Kernkraft umgeben.

Deutschland, die grüne Insel im Kernkraftmeer Europa.
Na klasse. Da machen die Deutschen schon einen auf Grün und gedankt wird es ihnen mit groben Fehler ihrer Nachbarn. Wir wollen eine flächendeckende Abschaltung aller atomaren Kraftwerke in Deutschland. Blöd nur, wenn um uns herum in Europa überall die Kerne weiterbrennen. Aber es ist doch alles sicher, beruhigt man uns, die Sicherheitsvorkehrungen sind so hoch wie nirgendwo anders. Da kann nichts schief gehen.
Doch - schwups - ist es passiert. Kawumm. In einer südfranzöischen Atomanlage hat es heute Mittag geknallt. Eine Explosion tötete einen Arbeiter und verletzte vier seiner Kollegen. Die Feuerwehr benötigte eine ganze Stunde, um das Feuer im Schmelzofen zu löschen. Jetzt drängt sich die Frage auf, ob eine Kettenreaktion möglich wäre. Laut offiziellen Quellen trat keine radioaktive Strahlung aus. Glück gehabt. Das ist aber auch völlig egal, zeigt dieser Unfall doch ganz deutlich die reale Gefährdung durch Atomkraftwerke. "Wir haben uns ja von dieser Technologie verabschiedet", tönt es da aus dem politischen Lager. Das ist ruhmhaft, bringt in diesem Europa allerdings überhaupt nichts. Wenn ich aufhöre, meine Autoreifen im Garten zu verbrennen, mag das ein Anfang sein. Brutzelt aber die ganze Nachbarschaft weiter, ist damit keinem geholfen.

Sonntag, 11. September 2011

Pastoraldemokratie Deutschland.

Die Fraktion Vatikan.
 Noch zehn Tage und drei Stunden, dann kommt er endlich. Der deutsche Papst Benedikt XVI. besucht Deutschland vom 22. bis zum 25. September. Sein Zeitplan ist straff. Berlin, Erfurt, Münster und Freiburg. Der Gottesmann ist immer unterwegs, begleitet von vatikanischen Vertretern und Heerscharen katholischer Gläubiger. Er spricht mit Bundespräsident Wulff, Angela Merkel und Helmut Kohl. Er besucht Verbände und Vereine, hält öffentliche Reden auf Plätzen und im Olympiastadion in Berlin. Aber nicht nur dort, wo ich es ihm gönnen würde: in der Kneipe gegenüber, vor dem Aldi-Markt oder in der City-Toilette. Nein, er hat sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Seine spirituellen Zeilen wird er nicht irgendwo, sondern im Plenarsaal des deutschen Bundestages verlesen. Im Plenarsaal! Das große runde Ding, das manchmal im Fernsehen zu sehen ist. In der Höhle der Demokratie. Im Herzen der Legislative.


Samstag, 10. September 2011

Erst Freund, dann Feind.

Wenn sich Verbündete abwenden.
Libyens Ex-Despot Muammar al-Gaddafi wurde offenbar von ausländischen Geheimdiensten unterstützt. Der britische MI6 und die CIA halfen dem Diktator dabei, sein tägliches Handwerk des Grauens gelungen auszuführen. Die Amerikaner brachten Oppositionelle zu Verhören und Foltern in Gefängnisse und machten Vorschläge zur Befragung. Selbst den Text einiger Reden sollen Agenten für den libyschen Herrscher verfasst haben. "Es kann nicht überraschen, dass die CIA mit ausländischen Regierungen zusammenarbeitet, um dabei zu helfen, unser Land vor Terrorismus und anderen tödlichen Bedrohungen zu schützen.", äußerte eine CIA-Sprecherin. Der britische Geheimdienst, Heimat von Ian Fleming's James Bond, lieferte Libyen Informationen über Gaddafi-Gegner im Heiligen Königreich. Die Beziehungen müssen eng gewesen sein, es seien sogar regelmäßig Geschenke ausgetauscht worden.

Mittwoch, 7. September 2011

Der Tod durch Gesetze. Danke EU.

Wie widerrechtliche Bestimmungen wortlos abgenickt werden. 

Die Todesstrafe nach einer Verurteilung und die gezielte Tötung einer Person oder Personengruppe, ausgeführt vom staatlichen Gewaltmonopol, sind bei uns in der Bundesrepublik Deutschland nicht gestattet. Sollte man meinen. Wirft man jedoch einen Blick auf europäische Regelungen und Vereinbarungen, fällt einem im Lissabon-Vertrag von 2007, einem völkerrechtlichen vertrag zwischen den 27 EU-Mitgliedsstaaten, ein Textauszug ins Auge. Er ist zu finden in Artikel 2, Absatz 2.

Dienstag, 6. September 2011

Hüter des Goldes.


Geben ist Silber, Behalten ist Gold. 

Die Staatsverschuldung der Bundesrepublik Deutschland betrtägt zurzeit rund zwei Billionen Euro - eine Zwei mit zwölf Nullen). Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 24.173 Euro.

In Krisenzeiten, mit jährlichen Schuldenzuwächsen von immenser Größe, könnten eingelagerte Rohstoffe immer wichtiger werden. Geldentwertung, ein wackelnder Euro, ein instabiles internationales Finanzsystem - die kleinen bunten Scheine in unseren Händen zerfließen in die Bedeutungslosigkeit. Hilfreich, wenn sich ein Staat auf tatsächliche Werte stützen kann, als auf bedruckte Pappe von fiktiver Bedeutung. Deutschland ist, hinter den Vereinigten Staaten, das Land mit den gröten Goldreserven. Die Bundesbank ist im Besitz von 3.401 Tonnen Gold, im Marktwert von etwa 143,8 Milliarden Euro. Theoretisch. Denn der Edelmetallbestand dieser unglaublichen Größe lagert nicht etwa im heimischen Lande. Nur etwa Fünf Prozent des Goldbestandes der Bundesbank lagern hier in Deutschland, zwei davon in Frankfurt. Doch wo sind all die glänzenden Barren geblieben?

Montag, 5. September 2011

Schon GEZahlt?

"Her mit den Gebühren. Die Vorleser brauchen Motivation."

Mich stimmt nachdenklich, dass sich heutejournal-Sprecher Claus Kleber - das ZDF-Gesicht für Nachrichten - über ein Gehalt von 600.000 Eure p.a. freuen darf. Gezahlt von den deutschen Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahlern. Bundeskanzlerin Merkel hingegen, muss sich mit läppischen 261.500 Euro p.a. zufrieden geben.

Ausgezeichnet!

Auch Verbrecher verdienen Belobigungen.

Das Bundesverdienstkreuz. Die höchste staatliche Auszeichnung für Leistungen für Volk und Vaterland. Wer sich seiner verdient gemacht hat, darf das Edelmetall mit Stolz und Würde tragen; wer nicht, anscheinend auch. Seit seiner ersten Verleihung 1951, vor 60 Jahren, wurde der Orden mehr als 240.000-mal vom amtierenden Bundespräsidenten in die Hände eines Würdenträgers gegeben. Nicht immer wohlüberlegt.

Dieses Abzeichen ist etwas ganz besonderes. Es beginnt in der untersten Ebene mit der bloßen "Verdienstmedaille", steigert sich über das "Verdienstkreuz 1. Klasse" bis zur "Sonderstufe des Großkreuzes", dem höchsten Rang der Auszeichnung. Letzteres ist Staatsoberhäuptern vorbehalten. Bundespräsidenten erhalten, quasi als zuvorkommenden Dank des deutschen Staates für kommende Leistungen, bei ihrem Amtsantritt das Bundesverdeinstkreuz.

Sonntag, 4. September 2011

Europäische Sozialhilfe!

Viel Geld für's Nichtstun.

Euro für Euro fließen Beträge nach Athen. Wer stoppt das HartzIV Eurpas?

Ich gebe zu, Finanzpolitik ist ein heikles Thema. Ein schwieriges und ein weitläufiges. Doch bei grundlegenden finanzpolitischen und ökonomischen Fragen sollten gerade die gewählten Volksvertreter - egal ob gelernte Physiker oder studierte Berufspolitiker - zumindest eine Ahnung haben, wenn sie schon für die Zukunft der größten Wirtschaftsmacht Europas zuständig sind. Europäische Solidarität hin und her. Das, was beim letzten Gipfel von den Staats- und Regierungschefs der Eurozone beschlossen wurde, ist eine Todeserklärung an die wirtschaftliche Vormachtsstellung Europas und insbesondere Deutschlands auf dem Weltmarkt. Viele Fachleute bezeichnen den Beschluss als "fatal" und fragen sich, ob die deutsche Bundeskanzlerin wirklich gewusst hat, was sie da unterschrieb. 

Samstag, 3. September 2011

Ein Blog ohne Polemik.

Schiffe versenken.

Sani- oder Attentäter, ich kann das so schlecht erkennen.

Mai 2010. Eine Flotte, beladen mit Hilfsgütern für den abgeriegelten Gazastreifen, trifft kurz vor der Küste auf eine israelische Seeblockade. Soldaten der israelischen Spezialkräfte eröffnen das Feuer auf dem größten Schiff der Flotte und töten neun türkische Aktivisten. Die israelischen Behörden rechtfertigen sich mit der Behauptung, Terroristen hätten sich auf dem Schiff aufgehalten. Ein türkischer Untersuchungsbericht kam zum Ergebnis, Israel hätte bei dem blutigen Angriff internationales Recht verletzt. Israels Regierung hingegen, widersprach der Anschuldigung und bezeichnete das Vorgehen als rechtmäßig. 

"Freunde Libyens"

Kann denn Heucheln Sünde sein?

Wo sich Regierungschefs selbst als "Freund Libyens" betiteln und um Hilfeleistungen Konkurrenz herrscht, ist politischer Zynismus nicht weit entfernt. Das Handeln der Staatengemeinschaft in Paris und der militärische Einsatz internationaler Streitkräfte war selbstverständlich aus reiner Uneigennützig und Liebe zur nordafrikanischen Bevölkerung. Wer will daran auch zweifeln. Lukrative Verträge mit dem "neuen Libyen" waren natürlich niemals ein ausschlaggebender Ansporn für Engagement. Das war pure Selbstlosigkeit. Interessant allerdings, dass sich das ölreiche Land vor Freundschaftsanfragen aus der ganzen Welt kaum noch retten kann. Da würde jeden Facebook-Fanatiker vor Neid erblassen lassen.

Muammar al-Gaddafi.

Der neue Szene-Terrorist. 

Wer kennt ihn noch nicht? Er tritt auf mit lockigem Despoten-Haarschnitt, Drei-Tage-Bart und Sonnenbrille. Gaddafi 
kann - was sein Auftreten anbelangt - ohne Zweifel in die Fußstapfen des kürzlich verstorbenen Osama bin Laden treten. Der Gang ist dynamisch, die Stimme gehaltvoll.

Und seit Neustem nimmt er seinem Vorgänger auch noch dessen unbestrittenes Höhlenmonopol ab. Der gestürzte libysche Diktator hielt am ersten September - dem traditionellen Jahrestag seiner großen Revolution 1969 - eine ergreifende Rede an die Überbleibsel seiner Anhängerschaft. Die Audiobotschaft, ausgestrahlt über den regimetreuen Satellitensender Arrai in Syrien, sendete er direkt aus seinem geheimen Versteck. Wo das wohl ist? Wer weiß. Ist ja noch geheim. 

§ Das solltest Du wissen.

Rechtliche Grundlagen zum Thema Waffenexporte.

Das Grundgesetz (GG)

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die Bundesverfassung unseres Landes, regelt einige Aspekte der Rüstungsexportpolitik und setzt der Waffenausfuhr klare Grenzen.

Schon in der Präambel des Grundgesetzes heißt es: "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk […] kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben." Die Väter und Mütter der Verfassung haben dem deutschen Staat und seiner Bevölkerung also den Willen am Weltfrieden unterstellt, der heute auch immer Gegenstand politischer Debatten und Entscheidungen sein soll.

Schreib‘ doch mal.


Die Bürgernähe der Rüstungspolitik – verschollen, wie das Bernsteinzimmer.

Hier ist der elektronische Briefverkehr mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie (verantwortlich für die Rüstungsexportpolitik der Bundesrepublik Deutschland)
einzusehen. Sowohl politische Entscheidungsträger, als auch waffenproduzierende
Unternehmen habe ich um einige Stellungnahmen ersucht. Nicht alle waren bereit, zu
antworten.

"Unter den Waffen schweigen die Gesetze."


Der Handel mit dem Tod – Waffenexporte aus Deutschland.

Doppelmoral. Dieses Wort schoss mir beim Recherchieren über das Thema der deutschen
Rüstungsexporte immer wieder durch den Kopf.
Mit den Waffenexporten ist es wie mit dem Ausstieg aus der Atomenergie. Hierzulande
schreien die Politiker seit der furchtbaren Katastrophe in Fukushima, Japan, nach einer
ganzheitlichen Abschaltung der Atomkraftwerke, beziehen aber weiter Atomstrom aus dem
nahen Ausland und gestatten es deutschen Firmen, Kraftwerke in anderen Ländern zu bauen.

Noch ein paar Worte zu Libyen.


Deutsche Waffen nach Nordafrika? Welch eine Überraschung.

Ein Beitrag des ARD-Magazins „Kontraste“ hat heute für Aufruhr gesorgt. Demnach sollen
libysche Rebellen deutsche G36-Gewehre im blutigen Kampf einsetzen, die sie beim Sturm
auf die Residenz des libyschen Diktators Muammar al Gaddafi in Tripolis in großer Zahl
ergattern konnten.

Die Geschäftsführung des G36-Herstellers, der Waffenhersteller Heckler & Koch in
Oberndorf am Neckar, dementierte die Vorwürfe und wies jegliche Anschuldigung von
sich weg. Sie behauptet, „die entsprechenden Behauptungen entbehren jeder Grundlage.
Die spekulativen Aussagen dienen nur dem Zweck, Zweifel an der Zuverlässigkeit des
Unternehmens zu befördern. Diesen Behauptungen tritt Heckler & Koch sehr entschieden
entgegen.“

Fragen über Fragen.


Wie die deutsche Außenpolitik/Guido Westerwelle einmal das Richtige tat und der Erfolg verkannt wurde.

Fünf Monate ist es her, dass die deutsche Enthaltung im UN-Sicherheitsrat zum
Libyen-Einsatz für ordentlich Wirbel in der Medienlandschaft gesorgt hat. Nun ruderte
Außenminister Guido Westerwelle nach Druck der FDP-Spitze doch zurück und zollte
den Nato-Partnern auf der Konferenz der deutschen Auslands-Botschafter in Berlin seinen
Respekt für den militärischen Eingriff. „Wir sind froh, dass die Herrschaft des Gaddafi-
Regimes zu Ende ist“, bekräftigte Westerwelle. „Gerade weil wir die Chancen und Risiken
anders abgewogen haben, gilt unser Respekt Frankreich und unseren Verbündeten bei der
Durchsetzung der Resolution 1973.“ Toll, oder? Was ein wenig parteiinternes Gezerre doch
alles bewirken kann.

Donnerstag, 1. September 2011

Werbekampagne für Terrorregime.

Tanken beim Diktator.

Ein lokaler Radiosender aus Berlin warb mit Freitank-Spielchen für den staatslibyschen Ölkonzern Tamoil. Offenbar waren die zuständigen Mitarbeiter in selbstständigen Denken noch nicht so geübt. Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber ohne notwendige Informierung vollkommen blind Marketing für ein Unternehmen zu machen, ist alles andere als professionell.

Betr.: Blutige PR
Sehr geehrte Frau Soundso,

soeben hörte ich im Radio von
»Julianes Freitank-Woche mit den HEM Tankstellen«.