Dienstag, 6. September 2011

Hüter des Goldes.


Geben ist Silber, Behalten ist Gold. 

Die Staatsverschuldung der Bundesrepublik Deutschland betrtägt zurzeit rund zwei Billionen Euro - eine Zwei mit zwölf Nullen). Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 24.173 Euro.

In Krisenzeiten, mit jährlichen Schuldenzuwächsen von immenser Größe, könnten eingelagerte Rohstoffe immer wichtiger werden. Geldentwertung, ein wackelnder Euro, ein instabiles internationales Finanzsystem - die kleinen bunten Scheine in unseren Händen zerfließen in die Bedeutungslosigkeit. Hilfreich, wenn sich ein Staat auf tatsächliche Werte stützen kann, als auf bedruckte Pappe von fiktiver Bedeutung. Deutschland ist, hinter den Vereinigten Staaten, das Land mit den gröten Goldreserven. Die Bundesbank ist im Besitz von 3.401 Tonnen Gold, im Marktwert von etwa 143,8 Milliarden Euro. Theoretisch. Denn der Edelmetallbestand dieser unglaublichen Größe lagert nicht etwa im heimischen Lande. Nur etwa Fünf Prozent des Goldbestandes der Bundesbank lagern hier in Deutschland, zwei davon in Frankfurt. Doch wo sind all die glänzenden Barren geblieben?
Der größte Teil der deutschen Goldreserven wird außerhalb deutscher Grenzen gelagert: bei der Federal Reserve Bank in New York, bei der Bank of England in London und der Banque de France in Paris. Der größte Teil allerdings schlummert bei der Fed unter dem Pflaster Manhattens.

Warum ist deutsches Gold in fremden Tresoren? Für diese Frage gibt es keine exakte Antwort, weil sich Bundesbank und -regierung mit Stellungnahmen zurückhalten; auch was den genauen Wert und die Lagerung betrifft. Die eine Annahme, die auf mich nicht überzeugend klingt, lautet, dass aus Angst vor einem Überfall Frankfurts durch die Sowjetunion im Zweiten oder Kalten Krieg, die Goldreserven nach Amerika geschafft wurde. Die zweite, und sehr wahrscheinliche, These besagt, die West-Aliierten hätten vom zerstörten Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg einen Pfand gefordert. Auf diese Weise war eine Sicherheit geschaffen, den raschen wirtschaftlichen Aufstieg der neuen Bundesrepublik zu kontrollieren und bei Bedarf zu verhindern.
Wie auch immer es dazu kam: 95 Prozent des deutschen Goldes sind zwar aus den Augen der Bundesbank, aber nicht aus ihrem Sinn. Faktisch gehören die Tonnen an Edelmetall im Ausland Deutschland. Wenn sie denn überhaupt noch dort sind.

Auf Anfrage in Frankfurt wird mit wirtschaftlichen Argumenten überspielt. Es würde sich nicht rechnen, das Gold nach Deutschland zurück zu holen. Der sichere Transport, der Bau von Tresoren und die ständige Überwachung wären ein belastender Kostenfaktor.

Aber wie kann die zuständige Behörde überprüfen, ob das deutsche Gold nicht seinen Besitzer gewechselt hat, wenn die Fed keinen Einlass gewährt und die Ausgabe des Goldes verhindert? Wer kann versichern, dass von den dreieinhalbtausend Tonnen nicht nur der Staub geblieben ist? Dazu bedarf es tiefstem Vertrauen in die US-amerikanische Wirtschaft und in deren Finanzministerium. Und die beginnt mit der aktuellen Lage auf dem Weltmarkt immer mehr zu schwinden.
Das Edelmetall könnte der Tilgung der Bundesschuld beitragen oder aber ein klares Zeichen für finanzielle Stabilität des Landes setzen.

Deutschland kann über sein eigenes Vermögen nicht mehr verfügen, obwohl dies gerade jetzt absolut notwendig wäre. Selbst Frankreichs Regierung hat vor einigen Jahren ihre Goldschätze zurück nach Europa geschifft - das wäre auch uns geraten! 

Falls doch entschieden werden sollte, den tatsächlichen Bestand zu überprüfen: Ich melde mich freiwillig für die Inventur.

Wie Gothe schon sagte: Gold ist unwiderstehlich.

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