Samstag, 3. September 2011

"Freunde Libyens"

Kann denn Heucheln Sünde sein?

Wo sich Regierungschefs selbst als "Freund Libyens" betiteln und um Hilfeleistungen Konkurrenz herrscht, ist politischer Zynismus nicht weit entfernt. Das Handeln der Staatengemeinschaft in Paris und der militärische Einsatz internationaler Streitkräfte war selbstverständlich aus reiner Uneigennützig und Liebe zur nordafrikanischen Bevölkerung. Wer will daran auch zweifeln. Lukrative Verträge mit dem "neuen Libyen" waren natürlich niemals ein ausschlaggebender Ansporn für Engagement. Das war pure Selbstlosigkeit. Interessant allerdings, dass sich das ölreiche Land vor Freundschaftsanfragen aus der ganzen Welt kaum noch retten kann. Da würde jeden Facebook-Fanatiker vor Neid erblassen lassen.
Die französische Tageszeitung "Libération" berichtete, dass ein Geheimabkommen zwischen Frankreich und den Rebellen bestünde. Der Übergangsrat schrieb demnach im Frühjahr einen Brief an den Emir von Katar, der als Mittelsmann zwischen Tripolis und Paris diente, in dem  Frankreich 35 Prozent der libyschen Ölförderung versprochen wurde, "im Gegenzug für die Anerkennung des Übergangsrats als legitimer Repräsentant Libyens."

Na, guck' einer schau. Entpuppt sich das humanitäre Kämpfen für den Frieden letztendlich doch als ein Ringen um wirtschaftlichen Profit? Beide Beteiligten wiesen die Vorwürfe zurück. Doch schon Anfang des Sommers seien in Libyen französische Geschäftsleute aufgetaucht, die sicher gehen wollten, dass die von Gaddafi geschlossenen Verträge zukünftig von den Rebellen akzeptiert werden würden.

Doch wen kümmert es. Libyen ist frei und Frankreich hat für die nächsten Jahrzehnte vorgesorgt. Den Bedarf am schwarzen Gold wird für eine ganze Weile gedeckt sein.

Happy End.

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