Samstag, 10. September 2011

Erst Freund, dann Feind.

Wenn sich Verbündete abwenden.
Libyens Ex-Despot Muammar al-Gaddafi wurde offenbar von ausländischen Geheimdiensten unterstützt. Der britische MI6 und die CIA halfen dem Diktator dabei, sein tägliches Handwerk des Grauens gelungen auszuführen. Die Amerikaner brachten Oppositionelle zu Verhören und Foltern in Gefängnisse und machten Vorschläge zur Befragung. Selbst den Text einiger Reden sollen Agenten für den libyschen Herrscher verfasst haben. "Es kann nicht überraschen, dass die CIA mit ausländischen Regierungen zusammenarbeitet, um dabei zu helfen, unser Land vor Terrorismus und anderen tödlichen Bedrohungen zu schützen.", äußerte eine CIA-Sprecherin. Der britische Geheimdienst, Heimat von Ian Fleming's James Bond, lieferte Libyen Informationen über Gaddafi-Gegner im Heiligen Königreich. Die Beziehungen müssen eng gewesen sein, es seien sogar regelmäßig Geschenke ausgetauscht worden.

Gaddafi widerrum erbrachte eine Reihe von Gegenleistungen. Er verzichtete (offiziell) auf das Hantieren mit Massenvernichtungswaffen (WMDs) und sorgte für Ruhe und Ordnung in Nordafrika. Er informierte seine westlichen Freunde über aktuelle Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten. Es war ein Geben und Nehmen. Mit bösem Ende.
Für den Westen sind Diktatoren im Ausland ein Faktor der Stabilität. Je liberaler eine Regierung, je demokratischer ein Staat, desto mehr Dinge können schief laufen. Bleibende Machthaber sind stabil. Mit ihnen ist, bei regelmäßigem Entgegenkommen, angenehm zu arbeiten.

Nun ist es mit dem Schmusekurs vorbei, al-Gaddafi wird von seinen Bündnispartnern in die Flucht gebombt. Interessant, interessant; was Geheimdienste ihren besten Informanten antun.

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