Mittwoch, 14. September 2011

Wir werden überflüssig.

Die Übernahme durch die Maschinen.

Wer sich 'Journalist' nennen darf und wer nicht, die Frage lasse ich einmal außen vor. Aber eines ist klar: Computern eine solche Bezeichnung zuzuschreiben ist bizarr. Oder doch nicht? Das US-Unternehmen Narrative Science beschäftigt sich schon lange mit der Verbesserung der Künstlichen Intelligenz (KI) auf dem Gebiet der Berichterstattung. Und das nicht ohne Forschungsfortschritte. Die schlauen Programme sind auf Grund ihres zusammengetragenen Wortschatzes in der Lage, Daten und Fakten in verständlicher Sprache als Artikel zu verfassen. Die Leser seien nicht in der Lage, die Texte der Programme von 'echter' Menschenschreiberei zu unterschieden. Bislang sollen nur Sportergebnisse und Wirtschaftszahlen verschriftlich und gut lesbar gemacht werden. Mich gruselt's. Doch keine Angst, beruhigt Narrative Science, die KI werde nur für Bereiche eingesetzt, die in den Medien ohnehin keinen Platz hätten.

Es könnte sein, dass in 20 Jahren einem Computer der Pulitzer-Preis verliehen wird. Kris Hammond, einer der Chefs von Narrative Science, hält das für unrealistisch. "In fünf Jahren wird es soweit sein, und ich will verdammt sein, wenn es nicht unsere Technologie ist". Das stärkt Zuversicht.

Ist es möglich, dass uns in Zukunft die Maschinen das Weltgeschehen erzählen? Formuliert aus professionell ausgewählten Wortfeldern, mit einem komplizierten Algorithmus sinnvoll zusammengefügt? Übernimmt eine Datenbank die Information der Weltbevölkerung?

Die Medien haben es mit dem neuen Zeitalter nicht so leicht. Es schafft viele neue Möglichkeiten, erzeugt Dynamik, Genauigkeit und Interesse - drängt die traditionellen Berichterstatter wie Zeitungen und Zeitschriften aber immer mehr weg vom Papier, hin zu einer Existenz in bits und bytes. Ich sollte froh darüber sein, erlaubt mir das Internet doch, die Auswürfe meiner geistigen Inkontinenz der Welt zu präsentieren.

Doch die Mechanisierung des Journalismus' kann keine Lösung sein. Sie darf es nicht! Wo bleibt die Unabhängigkeit, das Besondere, wo bleibt das Menschliche? Was ist an einer Publikation aus der Feder der automatischen Texterzeugung noch Leistung? Software ersetzt Mensch.

Die Übernahme durch die Maschinen. Die Matrix lebt. Zumindest könnte sie das in naher Zukunft tun.


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